Die Ereignisse der letzten zwei Monate

Die Zeit verfliegt und gerade deswegen fällt mir auch viel weniger auf, dass es schon wieder so lange her ist, seit ich das letzte Mal geschrieben habe. Der neue Alltag, über den ich das letzte Mal geschrieben habe, ist vollkommen normal geworden – mit Ausnahmen natürlich. Dass es eine ganz normale Woche gibt, in der nicht Besonderes stattfindet, ist eher selten der Fall. So will ich in diesem Blogeintrag ein bisschen darüber schreiben, was unserem Alltag immer wieder Abwechslung verschafft.

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Anfang April ist meine Familie für zwei Wochen zu Besuch gekommen, was mich sehr gefreut hat. Ich hatte alle auch seit mitterlerweile 7 Monaten nicht mehr gesehen. Ihnen mein neues Zuhause und auch meine indische Familie zu zeigen, war ganz besonders für mich. So konnten sie sich unter den vielen Erzählungen noch besser etwas vorstellen. Meine Mädels haben sich schon Wochen im Vorraus auf meine Familie gefreut und so waren letzendlich alle froh, einander kennen zu lernen. Für mich was es natürlich auch schön, alle zusammen zu sehen. Ein bisschen gereist bin ich mit meiner Familie auch noch, diesmal aber nur in Nordostenindien.

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Ungefähr zur gleichen Zeit war auch Miris Familie da und als es für uns dann hieß, Abschied zu nehmen, hatten wir das Glück uns nicht von allen verabschieden zu müssen, denn Miriams Schwester Lea ist noch zwei Wochen länger geblieben und hat uns bei unseren Aufgaben viel geholfen. Währenddessen wurde an einem Abend das „Feast of Mother General“ gefeiert. Alle Mädels vom Convent (so wird das Internat hier genannt) haben die Tage vorher kräftig Singen, Tanzen und Theater Spielen geübt. Auch wir haben zu dritt ein Lied vorgesungen und Miriam hat als Begleitung Geige gespielt. Als Lea dann gefahren ist, haben Miriam und ich noch einen gemeinsamen Tag in Guwahati, einer der nächstgrößeren Städte in der Nähe, verbracht.

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Eine Woche später sind die Mädels zusammen mit uns ins Accoland, einem Freizeitpark mit viel Wasser in der Nähe von Guwahati,  gefahren. Von ein paar Spenden haben wir den Eintritt für alle die gezahlt, die sich es anders nicht leisten konnten. Dieser Tag war einer der schönsten meines Indienaufenthalts. Wir hatten sehr viel Spaß im Wasser zu plantschen, denn schwimmen konnte fast niemand und auch die Becken waren deshalb an keiner Stelle so tief, dass man nicht hätte stehen können. Auch ungewohnt für mich war, dass man vollständig bekleidet baden gegangen ist. Alles andere ist an den meisten Orten Indiens einfach unvorstellbar. Ich war trotzdem überglücklich, mal wieder baden zu gehen, denn bei uns herrscht seit Anfang April fast ununterbrochen Badewetter. Das Klima hier ist zur Zeit ziemlich ansterengend, auch wenn wir noch Glück im Vergleich zu den anderen Volontären im Süden haben. Es hat meistens über 30° und in der Nacht bleibt es immer über 20°. Das Anstrengende ist aber vor allem die sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Regnen tut es ungewöhnlicherweise aber noch nicht so viel und nicht so oft.P1080623

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Nun aber zurück zu den Ereignissen der letzten Zeit. Um chronologisch weiter zu erzählen, komme ich nun zur „schools week“ Mitte Mai. Eine Woche war anstatt Schule jeden Tag ein anderes Programm, organisiert von der ganzen Schulgemeinschaft. Auch hier sind wie schon bei der „Sport Competition“ die 4 Häuser gegeneinander angetreten. Das kann man sich ungefähr so vorstellen wie die verschiedenen Häuser bei Harry Potter. Die Wettkämpfe waren beispielsweise Tanzen, Singen, Fancy Dress, Quiz, Gedichte und Geschichten aufsagen, Armdrücken, Buchstabieren, Debattieren, eine Rede halten, Singen und Fußball, bei dem ich sogar auch mitspielen durfte. Es war eine abwechslungsreiche Woche, in der wir die Talente der SchülerInen auch mal auf eine andere Art und Weise sehen konnten.

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Die Woche drauf ging es mit Fußball weiter, denn jetzt haben die Spiele angefangen, in denen die regionalen Schulen gegeneinander antreten. Ich hatte die Aufgabe, zusammen mit einem anderen Lehrer die Mädchenmannschaft zu trainieren und diese dann bei den Spielen bestmöglich zu unterstützen. Ich kann mit Stolz verkünden, dass wir insgesamt zu vier Spielen fahren konnten und damit sogar das Finale erreicht haben. Leider haben wir da aber in der Verlängerung mit 1:0 verloren.

Letze Woche haben Miriam und ich dann nochmal Besuch bekommen, von Anika und Lea aus Südindien. Mit denen durften wir dann auch Miriams und Anikas Geburtstag feiern. Zusätzlich war letzte Woche auch nochmal ein Fest im Convent zu Ehren von Maria, Dominic Savio und Maria Mazzarello, der Gründerin des Schwesternordnens Don Bosco. Auch hier wurde wieder kräftig gesungen, getanzt und Theater gespielt.

So, das waren die Ereignisse der letzten zwei Monate ziemlich knapp zusammengefasst. Ich hoffe ihr habt einen Einblick davon bekommen, was alles los war und dass es hier nie langweilig wird. Die erste Schuljahreshälfte geht auch schon bald zu Ende und in einandhalb Wochen fangen die „Half yearly Exams“ an. Diese werden ziemlich ähnlich ablaufen wie schon die „Final Exams“ im November.

Abschließend kann ich sagen die letzten zwei Monate waren super schön und ich hoffe meine beiden letzten werden genauso toll.

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