Unser Tagesablauf und unsere Aufgaben

Heute schreibe ich endlich wie versprochen darüber, was wir an einem ganz normalen Tag hier zu tun haben, wobei der bis jetzt eigentlich fast noch nie stattgefunden hat, weil sich immer irgendetwas spontan ändert.

In der Früh stehen wir meistens mal mehr mal weniger ausgeschlafen um 8 Uhr auf. Frühstücken zu zweit in unserem Zimmer, was wir auch bei den anderen Mahlzeiten machen. Die Schule beginnt dann um 9 Uhr mit der Assembly und für uns danach. Fast immer haben wir dann bis um 14.45 Uhr verteilt fünf Unterrichtsstunden in der Computer Class. Die SchülerInnen haben Computerunterricht von der dritten bis zur zehnten Klasse. Für uns ist das eine sehr schöne Abwechslung, mal die Älteren und mal die Kleinen zu unterrichten. Den Unterrichtsinhalt müssen wir uns nicht überlegen und haben damit auch keine Vorbereitung, weil wir den eigentlichen Lehrer nur unterstützen. Teilweise übernehmen wir dann doch seine Aufgaben zum Erklären, weil er etwas Anderes zu tun hat. Normalerweise unterrichten wir aber zu dritt in zwei Computerräumen. Es ist oft auch notwendig, weil die SchülerInnen auf ganz unterschiedlichen Wissensständen sind und man deshalb ganz individuelle Fragen beantworten muss. Der Unterrichtsstoff beginnt bei Paint und in den höheren Klassen dann Power Point, Excel, Word und tippen üben. Fast keine der SchülerInnen haben außerhalb der Schule Zugang zu einem Computer. Deshalb müssen wir neben dem vorgeschriebenen Stoff auch die Grundlagen erklären. In den ersten Wochen vor allem haben wir deswegen vielen beigebracht, wie man Dokumente speichert oder was der Desktop oder ein Ordner ist. Auch die Groß- und Kleinschreibung war/ist für viele eine Schwierigkeit. Diese Dinge sind klassenübergreifend, doch der Inhalt des Lehrplans ist natürlich immer total unterschiedlich, sodass auch wir viele Sachen dazugelernt haben. Für die SchülerInnen hier ist es wichtig mit einem Computer arbeiten zu können, denn bei vielen Berufen, die besser bezahlt werden, muss man, um eingestellt zu werden, erstmal eine Prüfung bestehen, die testet, wie gut man sich am Computer auskennt. Vielleicht auch deswegen sind alle sehr lernbegeistert und wollen viel dazulernen. Bis Dezember werden wir nur Computerunterricht geben oder Stunden spontan vertreten, wenn der eigentliche Lehrer verhindert ist, das kommt allerdings in letzter Zeit immer seltener vor. Danach bekommen wir einzeln wahrscheinlich eine Klasse allein in einem Fach. Auf diese Herausforderung freue ich mich schon sehr, bin aber auch froh, bis dahin schon ein bisschen Erfahrung zu haben.

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einer der zwei Computerräume

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Nach der Schule müssen die Internatsmädchen dann ihren sogenannten Evening Job machen. Das bedeutet, das Schul- und das Internatsgebäude putzen, Nähen, Kochen, Gartenarbeit und ab und zu noch Anderes. In dieser Zeit haben wir eigentlich frei, aber wenn wir sonst nichts zu tun haben und noch nicht so fertig sind, schauen wir raus und helfen dort mit, wo unsere Hilfe gebraucht wird, meistens bei der Gartenarbeit. Danach gibt es Tee und es wird sich selbst und Wäsche gewaschen. Unsere eigentliche nächste Pflicht beginnt dann wieder um 18 Uhr, nämlich die Study Time. Hier beaufsichtigen wir alle Mädels beim Lernen. Meistens ist es schon einigermaßen ruhig, weshalb für uns diese 90 Minuten nicht wirklich anstrengend sind.Wenn Miriam und ich nicht gerade irgendwem etwas erklären müssen, nutzen wir diese Zeit dann meistens, um Tagebuch zu schreiben, zu lesen oder zu malen. Dadurch, dass wir den Mädels beim Lernen und Hausaufgaben machen für Fragen zur Verfügung stehen, bekommen wir auch mit, was sie in den anderen Fächern alles lernen. Alle Unterrichtsmaterialien sind auf Englisch sowie auch die Prüfungen. Die Lehrer und Lehrerinnen erklären den Stoff zwar auch auf Khasi, aber schriftlich festgehalten wird nichts auf Khasi, außer natürlich im Unterrichtsfach Khasi. Im Vergleich zu Deutschland wird viel mehr Allgemeinwissen gelernt, wie zum Beispiel Fakten über Berühmtheiten, berühmte Bauwerke, aber auch viel über hier übliche Krankheiten. Natürlich sehen wir nur einen kleinen Teil von dem, was hier unterrichtet wird, weshalb es manchmal sehr schwierig ist, Fragen zu beantworten. Zum Beispiel in Mathe, wo man nur sehr schwer einschätzen kann was sie schon gelernt haben und was noch nicht. Irgendwie schaffen wir es am Ende aber meistens doch. Auch wenn beim Grundwissen oft davor nochmal kurz gegooglt werden muss.

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Kurz nach der Study Time

Um halb acht gibt es dann schließlich für alle Abendessen und danach wird dann endlich gespielt. Ganz Unterschiedliches, meistens in kleineren Gruppen. Wir haben den Kindern von unseren mitgebrachten Spielen bis jetzt Uno und Halli-Galli beigebracht, was sie beides total lieben. Sonst wird aber auch einfach gesungen, getanzt, gerannt oder einfach nur geredet. Es ist ein sehr schöner Abschluss vom Tag. Danach gibt es für die Mädels noch das Good Night, geleitet von den Schwestern und dann geht es für sie entweder ins Bett oder nochmal zum Lernen, wenn sie wollen. Wir müssen danach auch nichts mehr machen.

IMG_20160915_201403 Ich hoffe ihr habt jetzt einen relativ guten Eindruck von einem normalen Tag hier bekommen, der zwar nicht oft genau so stattfindet, weil meistens doch irgendetwas Besonderes los ist und somit wenigstens ein kleiner Teil anders ist.

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