Was ist geblieben, was hat sich verändert?

Hallo ihr Lieben, 

da bin ich wieder!
Im zu kalten Deutschland mit seiner wahnsinnig frischen und sauberen Luft!
Alles hat seine Vor- und Nachteile! 

In diesem Beitrag möchte ich euch von den Veränderungen in den Foyers erzählen, von Schönem und Traurigem und davon, wie und ob die von Spendengeldern finanzierten Projekte so umgesetzt werden, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Damit fange ich auch gleich an. 

Dank einer wunderbaren Zusammenarbeit mit Don Bosco Volunteers, der Entsendeorganisation in Deutschland, sind auch dieses Jahr zwei musikbegeisterte Volontäre bei den Kindern in Kara. Ich konnte Conni und Timo kennelernen, die sowohl mit den Instrumenten als auch mit ein paar eigenen Projekten wahnsinnig engagiert sind!

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Der Musikkurs für die neusten Straßenkinder wurde etwas reduziert, da sich momentan nur wenig Kinder in diesem Foyer aufhalten. Dafür ist es möglich geworden, die Jungs des großen Foyers und sogar die Mädchen mit den modernen Instrumenten in Kontakt kommen zu lassen. In die Tagesabläufe wurden feste Musikstunden eingebaut, in denen sowohl freies Üben, als auch das Üben in festen Gruppen stattfindet. Es geschieht auf freiwilliger Basis, da sich so nur diejenigen Kinder ernsthaft und zielstrebig damit befassen, die auch wirklich Lust darauf haben. 

So gibt es also eine Gruppe von Kindern, die sehr regelmäßig kommen und sogar das Fußballspielen für eine Stunde wegfallen lassen, was mich natürlich sehr freut. Ein neuer beninischer Volontär, auch sehr musikbegeistert, hat den Plan, eine Messe in der Kirche zu animieren. Nicht so, wie wir die kleine Präsentation mit unseren drei Flötenjungs hatten, sondern mit Schlagzeug, Bass und Co. Das traue ich denen auch voll und ganz zu, nach dem was ich gesehen habe und bin sehr sehr stolz!

Die Kinder haben dank der neuen Volontäre aber auch neue Freizeitangebote bekommen. Conni bringt den Zirkus nach Togo und ich traute meinen Augen nicht, als ein Dreikäsehoch fehlerfrei jonglierte oder als Diabolos durch die Luft geworfen und wieder aufgefangen wurden. Super sinnvolle Freizeitbeschäftigung finde ich!
Dazu kommt ein Bildungsangebot von Timo, der gerade dabei ist, eine Bücherei aus dem Boden zu stampfen. Ein winziger Lagerraum wurde schnell leer geräumt, ein paar Bretter aneinandergenagelt und nun fehlen nur noch viele französische Bücher!
Noch zu erwähnen ist auf jeden Fall sein Plan eines Holzkurses. Viele Kinder lieben es, einfach rumzubasteln, zu hämmern, zu schrauben, selbst kreativ zu werden. Holz gibt es in Togo, einfachstes Werkzeug auch – also steht dem nichts mehr im Wege! Wenn ihr mehr darüber wissen wollt: https://blogs.strassenkinder.de/timointogo/spenden/meine-projekte/

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Veränderungen sind nicht nur im Bereich der Freizeitgestaltung geschehen, sondern auch bei den Bewohnern der Foyers.
Während viele Kinder des Empfangsheims hoch ins feste Foyer Immaculée (das Jungsheim) konnten, da sie nun zuverlässig zur Schule gehen und sich relativ gut an die Regeln halten, sind bisherige Kinder des Immaculées in ihre Familien reintegriert worden können. Ich war zwar bei manchen etwas traurig, sie nicht wiedergesehen zu haben, andererseits wünsche ich mir für jedes Kind nichts mehr, als dass es eines Tages wieder unter humanen Umständen ohne Misshandlung in seiner Familie leben kann. Damit das so bleibt, kümmern sich einige Erzieher um die Nachsorge, indem sie zu den Familien nach Hause fahren.
Die freien Plätze wurden auch schon wieder durch neue Gesichter gefüllt, und insgesamt hat sich das Durchschnittsalter der Foyerkinder verjüngert. Es ist natürlich traurig, wenn man sich bewusst wird, in welchem Alter die Kinder dann schon auf der Straße landen und Unvorstellbares erleben, aber ich sehe ihren Aufenthalt im Foyer immer mit einem lachenden Auge und denke jedes Mal: Hoffentlich wird auch seine Zukunft dadurch gerettet!

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In dieser Hinsicht bin ich also ehrlich begeistert von dem, was gerade in Kara für die Kinder getan wird. Nichts desto trotz scheint es, dass sich die Befürchtung, die ich in meinem vorletzten Eintrag angedeutet hatte, bewahrheitet.
Der spanische langjährige Direktor ist versetzt worden und wertvolle Spendengelder fehlen jetzt einfach. Das merkt man an den Reduzierungen, die trotz all der positiven Neuerungen vorgenommen werden mussten. Es gibt viel seltener Fleisch als vorher, um nur ein Beispiel zu nennen. Es fehlt dort ein Verantwortlicher, der sowohl sein Herz bei den Kindern hat, als AUCH Kontakte zu Spendern pflegt. Ich glaube und hoffe allerdings, dass durch die Kooperation mit Don Bosco in Deutschland und durch die Entsendung von deutschen Volontären auch auf lange Sicht viel für die Heime getan werden kann.
Bereite Spender sind natürlich immer noch willkommen, dafür hänge ich mal Links von Connis und Timos Blogs an:

Conni: https://blogs.strassenkinder.de/conniautogo/

Timo: https://blogs.strassenkinder.de/timointogo/

Ich lasse es erstmal bei diesem Beitrag über Veränderungen und die neuen Volontäre, bevor ich demnächst einen etwas persönlicheren Beitrag schreibe über das, was ich nun dort erlebt habe! Mehrere Fahrten in togoische Dörfer erwarten euch, das riesige Don-Bosco-Fest in Lomé und natürlich tolle Bilder!

Bis bald, pilaba cee, wie der Kabyé sagt!

Kathi ♥

Alles beginnt mit der Sehnsucht

Au revoir, und nicht Adieu. So war mein vorerst letzter Blogartikel meines Freiwilligenjahres überschrieben.
Wir werden uns Wiedersehen. Das war das Versprechen, das ich den Mädels und Jungs gab, bevor ich mich wehleidig in den Flieger setzte.

Togo hat mich geprägt.
Mich verändert.
Mir den Blick für’s Wesentliche gegeben.
Mir gezeigt, wie Lebensfreude zu finden ist.

Ich hatte schnell Sehnsucht.

Nach den Kindern, nach dem Leben in der Kommunität, nach dem Freiheitsgefühl.
Laute westafrikanische Musik auf dem Handy, die meinen Mitmenschen gefielen aber meiner Familie nach und nach Ohrenschmerzen bereitete, tröstete mich ein wenig.
Ich konnte gut Kontakt halten durch die neusten Wege der Kommunikationstechnik.
Sogar zwei Togoer habe ich per Zufall in der Bahn kennengelernt, mit denen ich deutsches Fufu zubereitet habe.

Aber es ist nicht das gleiche. Es wird auch einfach nie das gleiche sein können.

Sobald ich am Abend des 30.01.2016 endlich wieder togoischen Boden betrat und die schwüle, stickende, rauchige Luft atmen durfte, kam ein Gefühl von Heimat auf.

Ich habe das Don Bosco Fest in Lomé verbracht, mit sämtlichen altbekannten Salesianern. Keiner wusste von meiner Ankunft – ich wollte alle überraschen und das ist ohne Ausnahme gelungen!

Nach zwei Tagen Lomé ging es endlich nach Kara, an den Ort, wo ich mit Gregor ein Jahr lang gearbeitet hatte. Schon die Busfahrt in diesem ranzigen alten Bus mit schlechten togoischen Hexerei-Filmen und Verkäufern, die lautstark versuchten, Salben und Medikamente gegen alle möglichen Krankheiten zu verkaufen, zeigte mir, wie viel ich vermisst hatte, ohne es zu bemerken.

Es ist in diesen wenigen Tagen schon so viel passiert. Ich habe Veränderungen gesehen, gelingende Projekte, aufgeweckte, neue Kindergesichter und die neuen Volontäre kennengelernt. 

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Wenn ich die Zeit dafür finde, werde ich in den kommenden Tagen ausführlicher berichten, wenn nicht, dann nach meinen drei Wochen hier.

Alles Liebe,

eure Kathi 

PS: Greg, KEINER hat dich vergessen, ALLE fragen nach dir und vermissen dich!

“Au revoir und nicht Adieu”

Ich bin gesund und glücklich wieder bei Familie und Freunden in Deutschland angekommen!

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Was ich in meinem vorerst letzten Beitrag sagen möchte sind zwei Dinge:

1. DANKE!
Danke an meine Familie und Freunde, auf die ich mich sowohl in glücklichen als auch in schweren Zeiten IMMER verlassen konnte.
Danke an die Mitarbeiter von Don Bosco Volunteers und Don Bosco Mission, die uns mit viel Enthusiasmus und Fürsorge seit Dezember 2013 auf unserem Weg begleitet haben.
Danke an alle Spender, die mit ihrem individuellen Beitrag ein Stück zum Gelingen der Zukunft der Kinder beitragen, die in meinem Jahr wie Schwestern und Brüder geworden sind.
Wie man oft in Togo als Dank sagt: “Que Dieu vous le rende en centuples!” – “Möge Gott es euch hundertfach vergelten!”

2. WIE GEHT ES WEITER?
Während meine nächsten Jahre schon so gut wie durchgeplant sind, ist die Zukunft der Straßenkinder-Foyers in Kara ungewiss. Der Direktor, der bisher mit seinem großen spanischen Spenderkreis zu einem Teil für das Laufen des Foyers gesorgt hat, wurde jetzt in die Elfenbeinküste versetzt, um dort seine salesianische Arbeit fortzuführen.
Es werden also dringend weitere Spenden benötigt, damit die Kinder dort geschützt leben können. Jeden Abend beten die Mädchen beim Abendgebet u.a. für ihre Spender, weil auch ihnen bewusst ist, wie viel von Spenden abhängt. Um die Verbundenheit mit uns vor allem im Gebet zu verdeutlichen, haben die Kinder symbolisch das Vater Unser gesprochen. Schaut selbst.

Vater Unser

Eure Kathi

Ein Jahr Musikkurs – Wie geht es weiter?

Hallo liebe LeserInnen, Freunde und in diesem Beitrag richte ich mich vor allem an alle Spender!

Ein Jahr lang Musikkurs geht nun vorbei, ein Jahr Herausforderungen, ein Jahr Fortschritte. Zurückblickend war der von Gregor und mir gegründete Musikkurs mit den Jungs und Mädchen, die noch zu instabil für die Schule sind, für mich die anstrengendste aber interessanteste Arbeit in meinem Jahr. Es war die Arbeit mit unseren neusten Kindern.

Kinder, die der Hexerei beschuldigt und folglich missbraucht wurden.

Kinder, die in ihren Familien nicht genügend Nahrung bekamen, sodass ihr Leben ernsthaft gefährdet war. 

Kinder, die einen Teil ihres Lebens auf der Straße gelebt haben, nicht wissend, was sie am nächsten Tag arbeiten und essen werden und vor allem nicht wissend, wie ihre Zukunft aussehen wird.

Die Straßenkinder waren der Großteil unserer Musikkurs-Teilnehmer, die anfangs natürlich noch ziemlich misstrauisch waren, sich sehr leicht provozieren ließen und alle eine dominante Rolle spielen wollten. 

Erinnert ihr euch? Anfangs hatten wir nur eine Trommel und unsere Stimmen…

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… dann kamen glücklicherweise bald Plastikflöten dazu, mit denen wir einfache Lieder spielen und ein bisschen Theorieunterricht konnten, was ihnen später in der Schule sicher helfen wird. In der Weihnachtszeit gaben wir ein drei-Lieder-Konzert in unserer Gemeinde vor zwei Mal 500 Menschen, in denen wir umgerechnet immerhin 45 Euro bekommen haben. Und das obwohl schon zwei Kollekten in der Messe stattgefunden haben.

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Dank einer Ladung Pakete von Gregors Spenderkreis sind uns Blockflöten gebracht worden und Gregor konnte sogar ein paar Mundharmonika-Einheiten machen. Später kam eine Tin-Whistle-Spende meiner ehemaligen Musiklehrerin hinzu, bei der ich mich an dieser Stelle total herzlich bedanken möchte, auch für die beigelegten Arrangements. Dadurch war es uns möglich, mehr zu experimentieren und auch vieles zweistimmig zu spielen.

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Wir sehnten uns aber trotzdem immer nach Keyboards, mit denen der Unterricht einfach viel interessanter und abwechslungsreicher hätte gestaltet werden können.

IMG_7406So starteten dann ab der zweiten Hälfte unseres Jahres die Überlegungen, wie wir unsere Spendengelder am besten investieren sollten. Es war uns beiden ganz klar, dass wir dieses pädagogische Mittel Musik, von dessen positivem Einfluss auf die Entwicklung der Kinder wir selbst überzeugt wurden, auf irgendeine Weise im Foyer lassen möchten, auch nach unserer Abreise. So wurde erstmal mit unseren Verantwortlichen in Deutschland geklärt, ob sich das Foyer auch in Zukunft auf die Sendung von musikalischen deutschen Volontären verlassen kann. IMG_7407Dank der sehr kooperativen und positiven Rückmeldungen aus Bonn konnte also der nächste Schritt getan werden – Instrumente kaufen. In Absprache mit unserem Verantwortlichen hier in Kara wurden letztendlich fünf Keyboards, fünf Gitarren, ein Schlagzeug, ein Bass mit passendem Verstärker, ein Mischpult, ein Verstärker, vier Mikrofone und zwei große Boxen gekauft, mit folgenden drei Zielen:

1. Ausbau des Musikkurses

2. Gründung einer stabilen Foyer-Band, die das Foyer an Veranstaltungen oder sogar in Messen repräsentieren kann

3. Die technischen Anlagen werden zum Verleih an Gruppen wie Chöre in Kara zur Verfügung gestellt, wodurch eine neue Einnahmequelle entstehen wird.

IMG_7146Da die ganze Aktion sehr spät in unserem Jahr gestartet ist und realisiert wurde, haben wir selbst nicht viel Zeit gehabt, die Kinder intensiv damit arbeiten zu lassen, sondern überlassen das unseren Nachfolge-Volontären, für die es in ein paar Tagen auch endlich losgehen wird!

 

Ich möchte mich nun abschließend und im Namen aller Kinder, Erzieher und dem Verantwortlichen sehr herzlich für alle Spenden bedanken, die auf unseren Spendenkonten angekommen sind, genau wie für Pakete voll mit Kleidung und Spielsachen, die von weither angekommen sind, um uns in unserer Arbeit zu unterstützen. Der Rest des Geldes fließt automatisch in die laufenden Kosten des Foyers ein, sprich Wasser, Strom, Nahrung, Schulkosten der Kinder. Das ist es eigentlich, was es nun in Zukunft gilt zu unterstützen, damit benachteiligten Kindern in Kara ein schützendes und sorgendes Zuhause gegeben werden kann.

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Das Feriencamp

Hallöchen,

hier eine Zusammenfassung unseres fünftägigen Camps. 17 Kinder, vier Betreuer, zwei Küchenfrauen und ein Elektriker machten sich am 07.08. 80km westlich nach Bassar auf, um dort auf dem Gelände einer katholischen Gemeinde ein paar Tage zu verbringen und auf andere Gedanken zu kommen. Der Père selbst beschrieb die Intention eines Feriencamps als die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen, zusammenzuwachsen und natürlich viel zu spielen. Ich denke all’ das haben wir mit Hilfe unseres Programms gemacht und nun ein paar Bilder von der kurzen Woche:

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Insekten, die nachher entflügelt, gebraten und gegessen worden sind. Aber süß, wie es von den Kindern beschrieben worden war, kann ich es nicht nennen… 

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unsere Küche

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ein Zeichenwettbewerb war dabei

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… mit anschließender Preisverleihung

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Ausflug auf einen Berg mit anschließendem mitgebrachten Frühstück in einem Hotel:

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Ein Ausflug auf den Markt in Bassar war dabei:

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Einen Abend haben wir den Kindern Macarena beigebracht, was sich bei drei Spaniern total anbot. Anschließend haben wir, voll nach togoischer Tradition, einen Abend um’s Feuer gemacht mit Tanz und Geschichten erzählen:

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Ein auf dem Vorbereitungsseminar kennengelerntes Spiel habe ich etwas umgeändert, um die Gruppenstimmung etwas zu bessern, nachdem im Foyer ja hin und wieder ein bisschen Streit zwischen den Großen und Kleinen stattgefunden hat. Laute Musik, jeder einen Zettel auf dem Rücken und mit einem Stift bewaffnet, wurde getanzt und bei Stoppen der Musik auf den Rücken des Nächsten irgendeine positive Eigenschaft dieser Person auf den Rücken geschrieben. Am Ende hatten alle bunte Zettel und waren total glücklich über so viele nette Sachen. Also das kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen!

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Mittendrin wurden wir von dem Pfarrer gefragt, ob wir nicht Lust hätten, am morgigen Tag eine Messe zu animieren, also den Platz eines Chores einzunehmen. Kurze Abstimmung und schon war klar, dass wir das übernehmen würden.

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DSC00870Auch ein Besuch beim König von Bassar stand fest, das ist sozusagen das traditionelle Oberhaupt. Auf dem Bild kann man seinen Palais Royal, also den könglichen Palast sehen, in den wir auch reinkonnten. Ein Raum mit vielen Symbolen, wie beispielsweise Löwen- und Leopardenbildern, die die Stärke und Macht des Königs darstellen sollen. DSC00853
Bei den Nachfragen, die wir reichlich stellen durften, stellte sich aber heraus, dass mit voranschreitender Zeit der Einfluss des Königs in die städtische Administration immer geringer wird. Wenn bis vor ca. zehn Jahren z.B. der Bürgermeister für wichtige Angelegenheiten selbst den König aufsuchen musste, ist es jetzt andersherum
.

Das RISIKOSPIEL! Viele LMG-Schüler kennen es von einem bestimmten Lehrer und es hat es jetzt sogar bis nach Togo geschafft. In Gruppen müssen die Kinder Fragen von verschiedenem Schwierigkeitsgrad beantworten oder Aufgaben lösen, um so viele Punkte wie möglich zu gewinnen. Das Risiko daran? Je höher die Punktzahl der Frage, desto schwerer auch die Frage und das Risiko, die Antwort nicht zu wissen.

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Da es recht heiß war am letzten Tag, kam die spontane Idee auf, ‘ne Wasserschlacht zu machen…

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Das Thema der Woche war Rechte und Pflichten von Kindern, zu dem ich drei Sessions vorbereitet hatte. Die Kinder haben sich u.a. in Gruppen zusammengefunden und Sketche zu bestimmten Rechten oder Pflichten eingeübt, die dann an unserem letzten Abend erfolgreich präsentiert worden waren.

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Es war auch Platz für eine Überraschung der Kleinen auf traditionelle Art und der letzte Abend bestand dann noch aus Fotos gucken und viel Tanzen.

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Insgesamt für mich ein gelungenes Camp, auch wenn ich echt müde danach war, da das natürlich was anderes war als selbst nur Teilnehmer zu sein, aber ich bin zufrieden und habe mal wieder einiges gelernt dabei.

Eure Kathi

Ferien à la Don Bosco

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Schon einmal erwähnte ich kurz, dass die Ferien bei Don Bosco dazu genutzt werden, Kinder für eine Zeit in ihre Familien zu schicken mit dem langfristigen Ziel einer endgültigen Reintegration. IMG_7896So ist es selbstverständlich auch in den großen Sommerferien, wo die große Zeitspanne sogar für Reisen nach Lomé und Benin genutzt werden. Das bedeutete für mich also schon mehrmals Abschiednehmen, da die betroffenen Mädchen nicht vor meiner Abreise in genau 14 Tagen wiederkommen werden. Da ich aber noch immer mittendrin bin und nicht an den Abflug denke, fielen die Abschiede bisher relativ leicht und für meine Verhältnisse waren recht wenig Tränen zu sehen. Und wer weiß wie bald man sich vielleicht schon wiedersehen wird…
So sind von 23 momentan nur noch 16 Mädels da und für das Camp, das vom 07.08. – 12.08. stattfinden wird, werden noch zwei weitere wegfallen.

Das Camp wird für die Mädels und mich voraussichtlich den Höhepunkt der Ferien darstellen. Wir werden auf einem Gemeindegelände im 80 km entfernten Bassar fünf Tage verbringen. IMG_7892Nachdem ich während des Forums (weiterlesen) das Organisationstalent der Salesianer bewundert habe, wird meines gerade auf die Probe gestellt. Mangels weiblicher Erzieher in unseren Foyers, habe ich die Aufgabe bekommen, das Mädchencamp zu planen. Neben Tanzabenden, Ausflügen und kreativen Wettbewerben soll es aber auch drei Einheiten zum Thema ‘Rechte und Pflichten von Kindern’ geben. Ich bin echt neugierig, ob alles so klappen wird, wie ich es mir vorstelle und bin froh, ein echt nettes Team mit mir zu haben, das aus drei Spaniern besteht, die für einen Monat hier in Kara mithelfen. 

Im Moment sind die Jungs mit Gregor und gaaaanz vielen anderen Erziehern im Camp, deswegen verbringe ich meine Vor- sowie Nachmittage im Mädchenfoyer, hauptsächlich am Tanzen, Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen oder Singen. Mit den sehr dynamischen Spaniern macht das echt Spaß!

So viel kurz zu den Ferien hier in Kara. Ich freue mich, euch dann in etwas mehr als einer Woche von dem Camp zu berichten! 

Bis dahin alles Gute, 

eure Kathi

“Jugend!” – “Lebe!” Forum Provincial du MSJ

WOW! Was für fröhliche, bewegende und intensive vier Tage gehen da heute zu ende…

Ich hatte euch das Jugendtreffen ja schon angekündigt, das “Forum Provincial du Mouvement Salésien des Jeunes”. Vom 23.-26.07. kamen 450 Jugendliche aus der Elfenbeinküste, Burkina Faso, Benin und Togo zusammen, um gemeinsam das 200. Geburtsjahr Don Boscos zu feiern. DSC_0012Mit viel beten, tanzen, lachen und austauschen wurde uns von den Salesianern bewusst gemacht, wie wichtig die Jugend für Don Bosco ist und was für eine große Rolle wir in der Welt und in Bezug auf die Zukunft unserer Religion haben. Das Motto des Treffens lautete “Jeune, avec Don Bosco vis dans la joie et annonce ta foi!” (Jugendlicher, lebe in Freude mit Don Bosco und verkünde deinen Glauben!). Dazu gab es auch einen tollen Wechselschrei. Einer ruft: “Jeunesse!” (Jugend), alle antworten “vie!” (lebe), wieder “Jeunesse!” – ” annonce ta foi!” (verkünde deinen Glauben!) und ein drittes Mal “Jeunesse!” mit der Antwort “lève toi et marche!” (steh auf und geh voran!), wobei da tatsächlich jeder aufstehen sollte. Je weiter wir uns aber von dem Enthusiasmus des ersten Tages entfernten, desto fauler wurden die Jugendlichen. :D

Wie dem auch sei, nach diesen Tagen bin ich einfach nur sprachlos über den Einsatz der Salesianer für uns junge Christen. Ich habe mitbekommen, wie viel Zeit, Geduld und Kraft dafür investiert wurde und möchte euch einfach ganz viele Bilder zeigen, um diese Freude ein bisschen an euch weiterzugeben.

23.07.

die Delegationen kommen am Nachmittag im Centre Don Bosco an und werden mit Pauken und Trompeten und kaltem Saft empfangen.
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In der paroisse (Gemeinde) wird jeweils zwei Vertretern aller Länder Wasser gereicht, so wie es in der Tradition hier üblich ist.DSC_0192

Nach der Eröffnungsmesse beginnt eine Prozession zum Centre (ca. 2 km), natürlich wieder mit den Pauken und Trompeten…DSC_0263 DSC_0286

Vor dem Wort zum Abend stellt sich jede Delegation nochmal kurz vor, Togo mit dem Tanz der größten Ethnie Ewe.
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24.07.

Der Tag beginnt mit einer schönen Messe mit 15 Priestern.
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Es geht weiter mit einer Gruppenarbeit, in der Fragen bezüglich unserem Engagement in Evangelisierung diskutiert wurden. Es erinnerte an die Bibelgruppen in Taizé…
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Eine Pause. Wozu ausruhen wenn man auch tanzen kann?
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Der Nachmittag begann mit einem Vortrag von dem Provinzial über die aktuelle Situation der Jugendlichen in Westafrika.DSC_0097

Danach fanden verschiedene Ateliers statt, beispielsweise zu den Themen Erziehung, Jugend und Politik oder Sexualmoral – alles Themen, die uns Jugendliche bewegen und so konnte sich, geleitet von einem Salesianer oder einer Schwester, darüber ausgetauscht werden.
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Notre Père… Vater unser…
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Am Abend hat die Delegation aus Abidjan (Elfenbeinküste) ein Musical über das Leben Don Boscos aufgeführt, was überraschend professionell war.
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25.07.

Auch dieser Tag begann mit einer Messe, animiert von einer Gruppe aus Burkina Faso.
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Es folgte: Zeugnis von zwei Paaren über ihr gemeinsames Leben. Das fand ich besonders gut und wichtig, da hier ja Phänomene wie Polygamie oder die geringerwertige Rolle der Frau noch ziemlich verbreitet sind und es wichtig ist, die christlichen Ansichten zu vermitteln.
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Pause. Und was wird gemacht? Getanzt.
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Danach berichteten vier Mitglieder der großen Famille Salésienne von ihrem Leben als Religiöse(r) und waren offen für die Nachfragen der Jugendlichen.
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Nachmittags stand ein Ausflug auf dem Plan, um die wichtigsten Orte Karas kennenzulernen, wie den Neuen Markt, die Kathedrale und den Palais de Congrès.
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Abends fand eine Meditation statt, in Vorbereitung auf die Sonntagsmesse. Es waren schöne praktische Elemente dabei. Jeder hing seinen neuen Vorsatz was das persönliche Engagement im Glauben angeht symbolisch an den Baum, man hatte die Möglichkeit, die Hände einer Person zu waschen, was symbolisch für die Versöhnung steht und ein Globus wurde von vier Vertretern der Länder getragen, um auf den Frieden unter den Ländern aufmerksam zu machen.
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26.07.

Sonntag – also beginnt dieser letzte Tag auch mit einer Messe, die mein Chor zusammen mit einem beninischen Chor animierte. Dieser war schon drei Tage früher gekommen, um mit uns zu proben. In dieser Zeit sind die Sänger mir wirklich ans Herz gewachsen…
Die Messe wurde sogar vom Bischof zelebriert, der gleichzeitig auch seinen Geburtstag feierte.
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Ich durfte sogar ein Solo singen…

Die Darbringungen auf traditionelle Weise:DSC_0707

Auch hier könnt ihr mal reinhören…

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Die Kollekte verläuft hier wie folgt: Jeder, der etwas geben will, steht auf und geht bis ganz nach vorne. Es gibt extra stimmungsvolle Kollekte-Lieder, die auch jeder kennt und mitgrölen kann. Es wird selbstverständlich nach vorne geTANZT, wie man hier sehr schön sehen kann. Toll oder? Ich muss mir unbedingt eine togoische Gemeinde in Deutschland suchen…DSC_0764

Nach der Messe wurde natürlich wieder weitergefeiert…
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Zuhause ging es nach dem Essen gleich weiter mit einem Teamspiel auf dem großen Gelände des Centres. Die Mannschaft würfelt, rückt ihre Figur auf dem Spielfeld vor und muss dann den Stand mit der Nummer finden, um eine Aufgabe zu lösen und dann wieder zum Spielfeld zurückzugehen. Das war so ein Gerenne… Ich habe dadurch echt einiges an verpasstem Sport aufgeholt. :D DSC_0840

Nach drei Stunden und einer Dusche fand die Vesper statt und dann ging es schon in den kulturellen Abend und Abschluss des Treffens. Jede Kommunität sollte im Vornherein etwas vorbereiten für diesen Abend. So sahen wir Sketche, traditionelle und moderne Tänze, interessante Mischungen aus beidem, und für mich persönlich kam das Highlight von uns hier aus Kara mit einer Präsentation von EVALA-Kämpfen.DSC_0903 DSC_0985 DSC_0944
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Die “Chef-Canton” kündigt die Kämpfer an… :D DSC_1088 DSC_1095 DSC_1098 DSC_1109 DSC_1115

Dann schließlich, es war schon nach Mitternacht, wurden die 200 Kerzen auf dem Jubiläumskuchen angezündet und die Korken knallten, als es hieß “JOYEUX BICENTENAIRE!” Ein krönender Abschluss dieses tollen und intensiven Treffens und ich bin einfach nur beeindruckt von der Arbeit der Salesianer für uns Jugendliche.DSC_1133 DSC_1143

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Es war definitiv eins der Highlights in meinem Jahr, gar keine Frage. Ich habe Unheimlich viele Leute kennenlernen, Freundschaften entstehen lassen und vor allem seeeehr viel lachen können!

Damit bleiben mir hier 22 Tage in Togo, was mich gelegentlich wirklich richtig traurig macht, aber andererseits bin ich einfach mega dankbar für alles was ich erleben durfte und darf. Noch ist es nicht vorbei – nach dem Feriencamp mit den Mädchen steht noch die Feier des 16.08. in Lomé an, die auf den Tag genau der 200. Geburtstag Don Boscos ist. 

Bis bald liebe Freunde,

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eure Kathi

Evala oder Was Hundefleisch mit dem Erwachsenwerden zu tun hat

Hallo meine lieben Freunde und Leser!

In meinem letzten Beitrag kündigte ich bereits mehr Infos über die traditionellen und typisch kabyèischen Kämpfe unter Männern an.
Auch wenn meine Woche einfach nur mit Chorproben und Saubermachen für’s internationale Jugendtreffen vollgestopft war, fand ich einen Nachmittag Zeit, mit einem Freund zu einer solchen Veranstaltung zu gehen. Innerhalb von zehn Tagen treffen in ca. einem Dutzend Dörfern der Ethnie Kabyè, sowohl morgens als auch abends Kämpfer und Unmengen Zuschauer jeweils an einem Ort zusammen.

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Die Tradition
Während in anderen westafrikanischen Ländern diese Kämpfe aus Wettbewerbs- und Unterhaltungszwecken stattfinden, geschieht dies in Togo noch aus reiner Tradition. Es ist eine Etappe des Erwachsenwerdens eines jungen Kabyès. Drei aufeinanderfolgende Jahre muss an den Kämpfen teilgenommen werden, um zu beweisen, dass man die physische Kraft besitzt, seine zukünftige Familie zu verteidigen. Die Rolle des Hundefleischs ist dabei ziemlich interessant: Der Hund wird als Wächter eines Haushaltes angesehen und da der junge Evalo, wie die Kämpfer genannt werden, später die gleiche Rolle einnehmen wird, ist es notwendig, jedes der drei Jahre Hundefleisch zu essen. Nach dem dritten Jahr darf man dieses aber nicht mehr berühren, wurde mir gesagt. 

Wer gegen wen?
Jedes Dorf wird in zwei Teile geteilt und die traditionellen Oberhäupter suchen die besten Kämpfer aus, um gegen den anderen Teil des Dorfes zu gewinnen. Es gibt eine Art Schiedsrichter, der immer vier Kämpfer aus jedem Teil aufruft und die Sieger bekanntgibt. Auch hier gibt es Halbfinale und Finale, sodass es am Ende eines Kampf-Nachmittages einen Sieger gibt, der am Ende aller Kämpfe beim großen Finale gegen die Sieger der anderen Dörfer antritt. Trotz dass es eine traditionelle Veranstaltung ist, gibt es hohe Geldpreise und natürlich stärkt es das Ansehen einer Familie enorm, wenn ein Evala-Sieger aus ihr hervorgeht.

Wie wird gekämpft?
Das zeige ich einfach anhand von drei Bildern am besten.

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Sobald einer der Kämpfer mit drei Körperteilen den Boden berührt oder vom Gegner in die Luft getragen wird, ist der Kampf beendet. Dauert es zu lange, einen Sieger zu finden, wird eine kurze Pause gemacht, um danach neu zu beginnen.

Das drum herum
Natürlich geht dieses Ereignis nicht lautlos von statten. Sowohl Frauen, als auch Männer singen, begleite von traditionellen Instrumenten, tanzen mit Fächern und streuen weißes Babypuder auf die Gewinner.

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Ich finde es total toll, dass es noch so traditionelle Elemente im togoischen Leben gibt, wobei mir mehrere Freunde gesagt haben, dass der eigentliche Sinn der Kämpfe von Jahr zu Jahr mehr vergessen wird. Viele Kabyè haben Angst, dass es irgendwann nur noch aus kommerziellen oder Unterhaltungs-Zwecken gemacht werden wird. Aber das ist halt der Lauf der Zeit. Ich wünsche mir wirklich, dass der traditionelle Reichtum den Togoern noch lange erhalten bleiben wird.

Ferien – Was nun?

In dieser Woche haben die Ferien hier begonnen. Während die zwei Abiturientinnen, alle Grundschülerinnen und sogut wie alle Collège-Mädels erfolgreich bestanden haben, hat es ein Mädchen leider nicht geschafft – und das ist das zweite Mal, dass sie die achte Klasse wiederholt (mit 16 Jahren). Aber im Großen und Ganzen sind alle glücklich, dass es insgesamt doch so erfolgreich war. Nun sind die Kinder also den ganzen Tag Zuhause – was tun? Diese Frage wurde vom Père an uns zurückgestellt und wir dürfen unserer Kreativität freien Lauf lassen.
Schon in der Schulzeit wurde ich so oft gefragt, ob wir in den Ferien bitte Frühsport machen können!!! Jaaaaaa, ich stehe gerne weiterhin um 6 Uhr auf, das macht mir gar nichts! :D Aber daran sieht man mal wie viel Energie diese Kinder haben. Und zu mehreren macht es sogar auch mir Spaß, ein bisschen durch Kara zu joggen und von allen Seiten komisch angegrinst zu werden. Der beste Spruch bisher war ”Ach, die Weißen laufen auch?”.

Für den Vormittag haben Gregor und ich unseren Musikkurs etwas erweitert und sowohl für die Mädels als auch die Jungs des Immaculée geöffnet. Während Gregor eine Musikgruppe leitet, habe ich endlich meinen Mini-Chor. Mal sehen, was sich da in der wenigen Zeit, die noch bleibt, entwickeln lässt. Aber auf deutsch singen kommt auf jeden Fall ziemlich gut an.


IMG_7353Nachmittags stehen eigentlich immer Spaziergänge irgendwohin an. Mal waren wir bei einem Chorkonzert, mal gehen wir zum Markt um eine DVD auszusuchen und gestern z.B. waren wir auf dem sogenannten ‘Foire’, einer Mischung aus Markt und Ausstellung am Palais de Congrès. Der wird hier zwei Wochen lang sein, anlässlich des wohl bekanntesten traditionellen Festes Togos: EVALA. Es handelt sich um Kämpfe unter Männern, aber was es genauer damit auf dich hat, versuche ich in den nächsten zwei Wochen herauszufinden und werde davon natürlich berichten!

Sowohl kurze als auch lange Ferien werden hier dazu genutzt, Kinder langsam wieder an ein Leben bei ihrer Familie zu gewöhnen. Wenn das Kind noch nicht endgültig in die Familie reintegriert werden kann, so können eine oder zwei Wochen oder gar ein Monat viel zu einer Annäherung beider Seiten beitragen. Es kann aber natürlich auch nach hinten losgehen, wenn entweder die Familie oder das Kind selbst nicht vorbereitet sind. So werden momentan in unseren Mitarbeiter-Versammlungen die Fälle einzelner Kinder genau besprochen, um am Ende die beste Lösung zu finden. Von den Mädchen sind schon drei zu ihren Verwandten gefahren und in der kommenden Woche werden noch einige folgen, für das Feriencamp und meinen letzten Abend werden aber voraussichtlich alle wieder da sein.

Soweit zu dem, was hier gerade so los ist. Nun ein kleiner Ausblick:

Nächste Woche wird die Kommunität der Salesianer in Kara ca. 500 Jugendliche aus der Elfenbeinküste, Benin, Burkina Faso und Togo empfangen. Alle paar Jahre findet dieses internationale Forum statt und ich habe gleich doppelt Glück damit, dass es in meinem Jahr und dann auch noch in Kara ist! Natürlich nehme ich teil und werde auch davon berichten.
Die Woche darauf wird die letzte ganze Woche hier in Kara sein, da es danach auf’s Feriencamp geht und am 18.08. dann wieder gen Heimat.
Viel Programm, was wahrscheinlich wenig Zeit für Laptop und Internet bedeutet, aber ich werde mein bestes geben, um euch irgendwie auf dem laufenden zu halten.

Einen schönen Ferienstart an die Schleswig-Holsteiner!

Liebste Grüße,

eure Kathi

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Au champ

Eines Morgens, ich saß gemütlich in einer Caféteria und frühstückte mit drei deutschen Volontärinnen, die für einen Tag in Kara waren, klingelte mein Handy und ein Kollege war am Apparat: “Cathérine, wenn du bereit bist, hole ich dich gleich ab und wir können zum Feld fahren, ein bisschen arbeiten.” Das kam jetzt echt ziemlich spontan, vor allem weil ich da gerade so gemütlich saß… IMG_6716Aber ich hatte den Kollegen im Vornherein schon immer damit genervt, dass ich unbedingt auch mal das Feld sehen möchte, auf dem Mais und Hirse für das Foyer angebaut werden – von niemand anderem als den Foyerkindern selbst. Okay, im Eiltempo nach Hause gedüst, irgendwas leichtes angezogen, weil es einfach nur heiß war und beim Arbeiten noch heißer werden würde und dann ging’s auch schon los, ein bisschen aus Kara raus, bis um uns rum nur noch Land war. IMG_6595Vom Foyer ist das bestimmt ca. sieben km weg, das gehen die Kinder dann zu Fuß. Angekommen, waren auch schon alle mehr oder weniger tatkräftig am Arbeiten und freuten sich, mir ihre Spaten in die Hand drücken zu können. Es sind etwas andere Geräte als bei uns, erfüllen aber ihren Zweck. So habe ich die erste Zeit etwas umgegraben, bis ich Blasen an den Händen hatte und letztendlich so aussah:

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Dann ging es über zum Säen, da ich mit den Händen nicht mehr in der Lage war, umzugraben. Diese Arbeit ging einfach extremst auf den Rücken, weil ich ca. ne Stunde lang gebückt jeweils zwei Maiskörner in Löcher geworfen habe. Unser Team bestand aus einem Jungen, der die Löcher in den Boden macht, mir, die die Maiskörner in die Löcher wirft, einem anderen, der mir Maisnachschub gibt und schließlich einem, der die Löcher mit dem Fuß zumacht. So kamen wir recht gut voran, aber das Feld ist echt nicht klein…

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Nach einer Weile ist der Löcher-Zumacher auf eine coole Idee gekommen, ohne dass ich ihn dazu aufgefordert hätte. Er hat einen Zweig mit Blättern abgebrochen und ihn über mich gehalten, um für ein bisschen Schatten zu sorgen, unter diesem wolkenlos blauem Himmel. Genial!

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So war der Vormittag arbeitsintensiver als geplant, aber die Dusche danach war gefühlt einer der besten Momente hier. :D  

Hier sind mittlerweile Ferien und da es nun auch häufiger als vorher regnet, werde ich vielleicht nochmal auf’s Feld gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Mit Gregors Jungs hat es auf jeden Fall mega Spaß gemacht!

 

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